Anschreiben an die Stellenanzeige anpassen
Ein Anschreiben an die Stellenanzeige anpassen heißt: die zwei, drei Anforderungen, die der Arbeitgeber am stärksten gewichtet, mit konkreten Belegen aus Ihrem Werdegang beantworten – in den Worten der Anzeige, aber mit Ihren eigenen Fakten.
Ein Anschreiben ist angepasst, wenn ein Leser nach dem ersten Absatz weiß, warum genau Sie für genau diese Stelle passen. Ein Standardtext, in dem nur Firmenname und Stellentitel ausgetauscht sind, schafft das nicht – denn er beantwortet die Fragen, die die Anzeige stellt, nicht. Dieser Ratgeber zeigt eine Methode in vier Schritten, die mit jeder Anzeige funktioniert.
Schritt 1: Die Anzeige zerlegen
Drucken Sie die Anzeige aus oder kopieren Sie sie in ein leeres Dokument. Markieren Sie dann in drei Farben:
- Muss-Anforderungen – erkennbar an Formulierungen wie „Sie haben“, „vorausgesetzt“, „abgeschlossene Ausbildung als …“.
- Wunsch-Anforderungen – „idealerweise“, „von Vorteil“, „wünschenswert“.
- Aufgaben – was Sie im Alltag tatsächlich tun werden. Hier steht oft deutlicher als in den Anforderungen, worauf es ankommt.
Achten Sie auf Wiederholungen. Was in Aufgaben und Anforderungen auftaucht oder ganz oben steht, ist meist das, was der Firma am wichtigsten ist. Wählen Sie die zwei oder drei stärksten Punkte aus – mehr passt nicht sinnvoll in ein einseitiges Anschreiben.
Schritt 2: Jeder Anforderung einen Beleg zuordnen
Legen Sie eine kleine Tabelle an: links die Anforderung, rechts ein konkreter Beleg aus Ihrem Werdegang. Ein Beleg ist etwas, das man nachprüfen könnte: eine Aufgabe, ein Projekt, ein Ergebnis, ein Zeitraum, ein Werkzeug.
| Anforderung (aus einer Beispielanzeige) | Beleg (Beispiel) |
|---|---|
| Erfahrung in der Disposition | Drei Jahre Tourenplanung für zwölf Fahrzeuge im Regionalverkehr |
| Sicherer Umgang mit SAP | Tägliche Arbeit mit SAP MM: Bestellungen, Wareneingänge, Lieferantenstammdaten |
| Kommunikationsstärke | Ansprechpartner für Fahrer und Kunden bei Lieferverzug, telefonisch und per E-Mail |
Wo Ihnen kein Beleg einfällt, lassen Sie die Zelle leer. Das ist eine Lücke – und Lücken werden nicht weggeschrieben, sondern ehrlich behandelt (siehe Schritt 3). Erfundene Erfahrung fällt spätestens im Vorstellungsgespräch auf.
Schritt 3: Das Anschreiben aufbauen
Einstieg ohne Floskel
Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Statt „hiermit bewerbe ich mich mit großem Interesse“ beginnen Sie mit dem stärksten Beleg in Bezug auf die Stelle.
Beispiel: vorher und nachher
Vorher: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen und bewerbe mich hiermit als Disponent.“
Nachher: „Seit drei Jahren plane ich die Touren von zwölf Fahrzeugen im Regionalverkehr – genau diese Aufgabe beschreiben Sie als Kern der Stelle.“
Zwei Belegabsätze
Je ein Absatz für die zwei wichtigsten Anforderungen. Nennen Sie die Anforderung in den Worten der Anzeige und liefern Sie den Beleg aus Ihrer Tabelle. Ein Ergebnis wirkt stärker als eine Eigenschaft: „Ich habe die Reklamationsquote im Team halbiert“ sagt mehr als „Ich bin qualitätsbewusst“ – aber nur, wenn es stimmt und Sie es im Gespräch erklären können.
Eine ehrliche Lücke ansprechen – wenn sie zentral ist
Fehlt Ihnen eine Muss-Anforderung, können Sie sie kurz und sachlich einordnen: was Sie stattdessen mitbringen und wie Sie die Lücke schließen wollen. Nebensächliche Lücken müssen nicht ins Anschreiben.
Bezug zur Firma und Schluss
Ein Satz dazu, warum gerade diese Firma: ein Produkt, ein Standort, ein Arbeitsfeld – etwas Konkretes aus Anzeige oder Firmenseite. Zum Schluss: frühester Eintrittstermin und, falls die Anzeige danach fragt, Ihre Gehaltsvorstellung. Danach Gruß und Unterschrift.
Schritt 4: Form und Versand
Für Geschäftsbriefe gilt in Deutschland die Norm DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln, aktuelle Fassung von 2020). Sie regelt unter anderem Anschriftfeld, Datum und Betreffzeile. Für ein Anschreiben heißt das praktisch: Absender oben, Anschrift der Firma im Adressfeld, Datum rechtsbündig, Betreff fett ohne das Wort „Betreff“, Anrede möglichst mit Namen der Ansprechperson aus der Anzeige.
Verschicken Sie das Anschreiben als PDF, wenn nichts anderes verlangt ist. Bei E-Mail-Bewerbungen gehört ein kurzer Begleittext in die E-Mail selbst, das Anschreiben bleibt als Anhang.
Checkliste vor dem Absenden
- Der erste Satz nennt einen konkreten Beleg, keine Floskel.
- Die zwei wichtigsten Anforderungen der Anzeige sind mit eigenen Belegen beantwortet.
- Fachbegriffe der Anzeige kommen vor – dort, wo sie auf Sie zutreffen.
- Jede Aussage können Sie im Gespräch mit einem Beispiel untermauern.
- Firmenname, Ansprechperson und Stellentitel stimmen (kein Rest aus der letzten Bewerbung).
- Höchstens eine Seite, Form nach DIN 5008, als PDF gespeichert.
- Eintrittstermin und – falls gefragt – Gehaltsvorstellung stehen drin.
Wie der Bewerbungsschneider dabei hilft
Der Bewerbungsschneider erledigt Schritt 1 und 2 für Sie: Er liest die Anzeige, ordnet die Anforderungen Ihren Unterlagen zu und schreibt daraus ein Anschreiben, das nur verwendet, was in Ihrem Lebenslauf steht. Fehlende Anforderungen zeigt er als Lücke mit einem Gesprächstipp, statt sie zu überspielen. Jede Änderung geben Sie selbst frei.
Passt Ihr Lebenslauf zur Anzeige?
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Kostenlos prüfenHäufige Fragen
Wie lang sollte ein angepasstes Anschreiben sein?
In der Regel eine Seite. Wenn die Anzeige nichts anderes verlangt, reichen drei bis fünf kurze Absätze: Einstieg, zwei Belege für die wichtigsten Anforderungen, Bezug zur Firma, Schluss.
Muss ich für jede Stelle ein neues Anschreiben schreiben?
Nicht komplett neu. Gerüst, Kontaktdaten und gute Formulierungen können bleiben. Neu sind die Belege: welche Ihrer Erfahrungen Sie nach vorn stellen, hängt davon ab, was diese eine Anzeige am stärksten gewichtet.
Darf ich Formulierungen aus der Anzeige übernehmen?
Fachbegriffe ja – sie zeigen, dass Sie dieselbe Sprache sprechen, und helfen bei der Suche im Bewerbermanagement-System. Ganze Sätze aus der Anzeige abzuschreiben wirkt dagegen bequem und sagt nichts über Sie.